Damit hatte Steven Flemming nicht gerechnet, als er seine Ausbildung begann. Der junge Mann hat in seinem Bereich das beste Prüfergebnis bundesweit erzielt.

Der Beste seines Fachs in ganz Deutschland zu sein, das können nicht viele von sich behaupten. Steven Flemming aus Neubrandenburg hat das geschafft. Der 22-Jährige wurde jüngst von der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu einem der bundesbesten Auszubildenden des Jahres 2023 gekürt. Flemming hatte in seiner Abschlussprüfung zum Holzmechaniker bundesweit die höchste Punktzahl erreicht. Insgesamt gab es im aktuellen Jahrgang 219 Bundesbeste in 213 Ausbildungsberufen.

Mit so einem Preis gar nicht gerechnet

"Das war schon eine tolle Party und ein schönes Gefühl", erzählt er über die Preisverleihung, die im Dezember in Berlin stattfand. Auch sein ehemaliger Chef, Patrick Weiher von der Weiher GmbH aus Bredenfelde bei Woldegk, erfüllt der Erfolg seines früheren Mitarbeiters mit Stolz. Dass er sich da einen tollen und engagierten Azubi an Land gezogen hatte, hat Weiher schon früh mitbekommen. "Wir haben schnell gemerkt, dass Steven eine gute Entwicklung macht und begabt ist", berichtet er. Dennoch, am Anfang seiner Ausbildung habe er mit so einem Preis natürlich nicht gerechnet, sagt Flemming.

So wird Selbstvertrauen aufgebaut

Die Weiher GmbH ist ein in zweiter Generation geführtes Familienunternehmen, das sich insbesondere auf den individuellen Möbelbau sowie Lösungen im Bereich Innenarchitektur und Interior spezialisiert hat. Zur Firmen-Philosophie gehöre auch, dass die jungen Kollegen und Kolleginnen in der Ausbildung früh in direkte Projekte eingebunden werden und so auch den Kontakt mit Kunden pflegen. Das schafft Selbstvertrauen, gibt Anerkennung. Dabei dürfen auch Fehler gemacht werden. "Nur für den Papierkorb will doch auch keiner arbeiten", sagt Flemming. Der Holzmechaniker hat bei etlichen Küchen, der Innenausstattung von Arztpraxen und Eingangsbereichen oder auch einer kompletten Eigentumswohnung mitgewirkt. Selbst im Ausbildungsbetrieb hat er seine Spuren hinterlassen und ein neues Regal für Musterbretter im Ausstellungsraum gebaut.

Zu wenig Berufsvorbereitung in den Schulen?

"Mit Holz wollte ich schon immer arbeiten", erzählt Flemming, der sich daher auch schon während seiner Schulzeit erfolgreich um ein Praktikum im Betrieb bemüht hatte. Seinem früheren Chef pflichtet er aber bei, wenn dieser sagt, dass viel zu wenig Berufsvorbereitung in der Schule stattfinde. Gerade mal zwei Wochen seien Pflicht und in den Ferien absolvieren wohl die Wenigsten freiwillig ein Praktikum. Auch die langen Wege zur Berufsschule seien in MV ein Problem. Was die fachliche Vermittlung von Wissen betrifft, so könne Weiher die Berufsschule in Waren, an der die Holzmechaniker der Region den schulischen Teil ihrer Ausbildung absolvieren, aber nur loben. "Die haben dort eine gute Entwicklung gemacht", sagt er. Deren Verdienst möchte er nicht unerwähnt lassen. Letztlich müssen alle Rahmenbedingungen stimmen, damit junge Auszubildende solche Erfolge feiern können.

Studium begonnen

Vor einen halben Jahr hat Steven Flemming in Wismar nun ein Studium der Fachrichtung Holzingenieurwesen aufgenommen. Das findet Geschäftsführer Weiher völlig in Ordnung. Es sei wichtig, dass die jungen Nachwuchskräfte ihre Möglichkeiten kennen lernen und woanders hineinschnuppern. "Und dann ja vielleicht mal mit neuem Knowhow zurückkehren", sagt er mit einem Augenzwinkern. In Mecklenburg-Vorpommern, so viel steht für den besten Holzmechaniker-Azubi des Jahres 2023 fest, wolle er jedenfalls bleiben.

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Steven Flemming (links) wurde jüngst von der IHK als bester Holzmechaniker-Azubi ausgezeichnet. Sein ehemaliger Chef Patrick Weiher ist stolz auf ihn. (Foto: Tobias Lemke)

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