Am 15.04.2026 fand in der BVB 55 in der Außenstelle Malchin das Präventions- und Aufklärungsprojekt „Nestbau“ statt. Verantwortlich für die Durchführung war Frau Sünboldt, Klassenleiterin und Frau Schelän vom Deutschen Roten Kreuz (DRK), Sozialpädagogin am Kinder- und Jugendhilfezentrum, Bereich Frühe Hilfen „Nestbau“. Ziel des Vormittags war es, Schülerinnen und Schüler altersangemessen über Partnerschaft, Familienplanung, Schwangerschaft, Verhütung sowie Unterstützungsangebote zu informieren und sie für verantwortungsbewusste Entscheidungen zu sensibilisieren.
Zu Beginn begrüßte Frau Schelän die Klasse und leitete eine Vorstellungsrunde mit der Grabbelsack-Methode an. Jede Person zog einen Gegenstand zum Tagesthema, stellte sich kurz vor, berichtete über eigene Lebensvorstellungen (z. B. Partnerschaft, Heirat, Kinder) und erklärte, was der gezogene Gegenstand mit dem Thema zu tun haben könnte. Dies schuf eine offene, respektvolle Gesprächsatmosphäre. Im Anschluss wurden gängige Verhütungsmethoden für Frauen und Männer vorgestellt. Frau Schelän erläuterte Wirkung, richtige Anwendung, Vor- und Nachteile sowie typische Kosten und Bezugswege. Dabei wurde auch auf Sicherheit, Verfügbarkeit und die Bedeutung des doppelten Schutzes (Schutz vor Schwangerschaft und sexuell übertragbaren Infektionen) hingewiesen. Gemeinsam wurde erarbeitet, woran man eine Schwangerschaft erkennen kann (z. B. ausbleibende Regelblutung, Übelkeit, Brustspannen, Müdigkeit) und welche Schritte anschließend sinnvoll sind: zeitnaher Schwangerschaftstest, ärztliche Abklärung, vertrauliche Beratung, Einbindung von Vertrauenspersonen. Frau Schälen informierte über Beratungsstellen für Schwangere, finanzielle Hilfen. Die Betonung lag auf Vertraulichkeit, Niedrigschwelligkeit und der Möglichkeit, Hilfe frühzeitig in Anspruch zu nehmen.
Nach der Frühstückspause fand ein kurzes Quiz zum Thema Verhütung statt. Richtige Antworten wurden mit Bonbons belohnt – ein motivierendes Element zur Wissenssicherung.
Die Klasse lernte drei Babypuppen-Simulatoren kennen:
1. ein „gesundes“ Baby mit normaler Größe, Gewicht und Aussehen,
2. ein Baby, dessen Mutter in der Schwangerschaft Alkohol konsumiert hat,
3. ein Baby, dessen Mutter in der Schwangerschaft Drogen konsumiert hat.
Die Unterschiede regten zu Gesprächen über Schwangerschaftsgesundheit, Verantwortung und Prävention an.
In Kleingruppen sammelten die Schülerinnen und Schüler notwendige Anschaffungen nach der Geburt und schätzten die anfallenden Kosten. Die Ergebnisse machten den finanziellen und organisatorischen Aufwand deutlich und förderten realistische Planungskompetenzen. Anschaulich wurde erklärt, wie aus Ei- und Samenzelle ein Embryo entsteht und sich dieser weiterentwickelt. Thematisiert wurden grundlegende Stadien der frühen Schwangerschaft und Schutzfaktoren für eine gesunde Entwicklung.
Die Klasse arbeitete aufmerksam mit, zeigte großes Interesse und stellte zahlreiche, fundierte Fragen. Die Gesprächskultur war respektvoll und wertschätzend.